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Coworking Diffuso

Modell gegen Leerstand und für Regionalenwticklung

Der ländliche Raum verliert fortlaufend Funktionen an seine Zentren, besonders periphere Regionen leiden unter Abwanderung von aufgeschlossener junger, insbesondere weiblicher Bevölkerung und Brain-Drain. Wertvolle Gebäude und Räume, die einst für öffentliche, landwirtschaftliche oder gewerbliche Zwecke genutzt wurden, haben, inmitten ansonsten noch authentischer Dörfer, umgeben von gepflegter Natur- und Kulturlandschaft, ihre Nutzung verloren und sind über kurz oder lang dem Verfall preisgegeben.

Nach jahrzehntelangem, schleichendem Bedeutungsverlust sind kreative Impulse von innen und außen ein dringendes Gebot der Stunde, um Lebensqualität und Infrastruktur für kommende Generationen zu erhalten und resiliente, zukunftstaugliche Orte zu schaffen. Dies kann am besten und mit größtmöglichem Mehrwert erreicht werden, indem

Leerstand eine in die Zukunft gerichtete Nutzung erfährt,

zur Heimat und Destination kreativen Arbeitens und Handelns wird und damit zum Motor zeitgemäßer, auch kreativer, Erwerbstätigkeit: für alle Altersstufen, Geschlechter, für bodenständige Einheimische, rückkehrende Ausheimische, bis hin zu sporadisch Anwesenden, die Urlaub mit Arbeit verbinden wollen.

„Albergo diffuso“ bezeichnet ein u. A. in Friaul umgesetztes Raumentwicklungskonzept. Die einzelnen Funktionsbereiche, die in einem Hotelbetrieb üblicherweise innerhalb eines Gebäudes angeordnet sind – Ankommen, Schlafen, Essen, geselliges Beisammensein, Aktivität, Entspannen -, werden dabei auf verschiedene Standorte in einem Dorf verteilt. Bedeutendstes Element dieses Konzeptes ist ein zentraler Treffpunkt, der Ort des „Ankommens“, quasi die Rezeption. Von dort aus wird alles Weitere organisiert.

Als Modellregion für Coworking Diffuso haben wir uns das Villgratental ausgesucht. Dort sollen in Anlehnung an dieses Konzept verschiedene Werk- und Arbeitsräume – Coworking Spaces – entstehen. In Räumen und Gebäuden, die heute leer stehen, sollen in Zukunft Arbeitsplätze, Austausch- und Begegnungsräume sowie Übernachtungsmöglichkeiten für eine Zielgruppe entstehen, welche Ruhe, authentische Natur und Kultur mit ortsungebundenem Arbeiten verbinden will. Einheimische Auspendler sind eine weitere, die noch anwesende Jugend, der damit ein kreatives Millieu geschaffen wird, die dritte Zielgruppe. 

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